Rund Ostsee Blog


Finnland
31. Mai 2010, 14:00
Filed under: Uncategorized


Wieder in einem Euro-Land (das einzige Euro-Ausland auf meiner Reise). Das ist aber das einzige was hier vertrauter ist. Ich verstehe gar nichts mehr. Schwedisch ist dem Deutschen ähnlich. Viele Wörter sind ähnlich oder gar gleich. An den Rest habe ich mich in den letzten 2 Wochen gewöhnt. Finnisch ist dagegen eine ganz andere Sprache. Campingplatz heißt z.B. „leirintäaluetta“.
Die Zeit ist hier auch eine Stunde weiter.
Der Austausch zwischen Schweden und Finnland ist gering. Während ich noch weit von der norwegischen Grenze viele norwegische Kennzeichen gesehen habe, sah ich kurz vor der finnischen Grenze kaum ein finnisches Auto. Der Grenzfluß hier ist ein breiter Strom und die Brücken selten:

Jörn von unterwegs

Advertisements


Saar
31. Mai 2010, 13:59
Filed under: Uncategorized

Die Ortsnamen werden fremder. Ich nehme an, dass dies auf die Samen zurückgeht. Teils sind sie auch zweisprachig (schwedisch und sämisch).
Als Hommage ans Saarland möchte ich dieses Schild posten:


Auffallend in den Orten sind die Kirchen. Sie waren früher die Keimzellen der Ansiedlungen.


Die Sonne bietet hier so manches Schauspiel:


schließlich sogar einen doppelten Regenbogen (auch wenn der zweite recht schwach ist)


Wenn die Sonne nicht mehr untergeht, hat sie ja auch sonst nichts zu tun 😉

Immer wieder schöne alte Häuser:


In diesem lebte ein berühmter Biologe:


Jörn von unterwegs



Dundret
30. Mai 2010, 23:02
Filed under: Uncategorized

Auf dem Weg nach Gällivare sah ich einen geteerten Abzweig zum dortigen Hausberg „Dundret“ – also bin ich hoch gefahren. Der Berg ist zwar nur 821m hoch aber dennoch die höchste Erhebung der Gegend. Dadurch bietet sich ein toller Blick:


Da die Baumgrenze bei ca. 650m liegt, findet sich oben eine alpine Vegetation. Der Wind ist eisig und die Temperatur etwa 4 Grad kälter als unten.
Ein schöner Blick bietet sich auch auf die Stadt Gällivare:


Auch kann man die Kupfererzminen von Aitek gut erkennen:


Wenn Schnee liegt – also etwa 9 Monate im Jahr – kann man hier auch Abfahrtsski fahren.

Nur einen kleinen Blick geworfen habe ich in den Muddus Nationalpark. Ihn streift ein ehemaliger Weg der Bahnarbeiter „Rallarstigen“.


Der Weg führt auf Brettern durch das Moor. Da es viel geregnet hatte, war es aber auch auf dem eigentlich festem Untergrund sehr feucht. Dort hören aber die Bretter auf. Da ich keine wasserdichten Schuhe dabei hatte, wollte ich nicht weiter.

Reiseradler habe ich in den letzten Wochen keine gesehen. In den Städten/Dörfern gibt es nach wie vor einige RadfahrerInnen. Ab und zu treffe ich auch Rennradler unterwegs – so z.B. Stefan, der für einen Ironman trainiert.

Von nun ab führt mein Weg ostwärts. Ungern verlasse ich die faszinierende Welt des hohen Nordens. Aber mein Weg im Kreis ohne einzelnes Ziel hat zur Folge, dass ich immer wieder die Richtung wechseln – fast umkehren – werde. In etwa habe ich nun schon ein Drittel meiner Reise hinter mir (26 Tage und 3356 km).
Mein Zelt zeigt erste Ermüdungserscheinungen. Ein Verbindungsstück der Zeltstangen ist gebrochen. Ich habe versucht es zu kleben, aber das hält nicht.


(hier in geklebtem Zustand)
Da ich eine „Reparaturhülse“ dabei habe, habe ich aber (noch) kein konkretes Problem.

Jörn von unterwegs



Polarkreis
29. Mai 2010, 22:37
Filed under: Uncategorized

Heute ging es wieder etwas nordwärts. Der Polarkreis war dabei nicht zu verfehlen, da ihn ein großer Rastplatz verkündete:


Der Rastplatz lag da wie ausgestorben – wartend auf die vielen Gäste, die in den nächsten Wochen kommen werden.
Der nördliche Polarkreis ist übrigens definiert als der Kreis der südlichsten Punkte an dem die Sonne nicht untergeht.
Da die Erde nicht immer gleich rotiert, und bewegt sich damit auch der Polarkreis:


In der Nacht wird es auch ohne Mitternachtssonne nicht mehr dunkel. Helligkeit bzw. Dämmerlicht ist hier eher ein Zeichen für die Dichte der Wolkenschicht und weniger für die Tageszeit.
So kann ich ohne künstliches Licht um Mitternacht lesen. Ich könnte unabhängig von der Tageszeit weiterradeln – doch irgendwann bin ich auch müde, Geschäfte, Jugendherbergen etc. haben Öffnungszeiten und das öffentliche Leben hält sich an den Tagesrhythmus. So suche
ich mir irgendwann gegen Mitternacht einen Schlafplatz.

Ein kümmerliches Dasein fristen in Schweden die Innlandsbanen. Die Strecke, die hoch in den Norden führt, wird nur noch im Sommer für Touristen mit einer Art Schienenbussen befahren. Zur Zeit finden Testfahrten für diese Saison statt:


Hauptverkehrsmittel sind hier sowieso die Motorschlitten, die nur in der kurzen Sommersaison nicht fahren können. Überall sieht man die Strecken mit roten Kreuzen markiert.


Die Busse haben hier hinten ähnlich wie bei uns die LKW Laderampen. Ich vermute für Rollstuhlfahrer und Gepäck. Bei Gelegenheit mache ich davon mal ein Bild.
Früher Hauptverkehrsweg waren die Seen. Sie erstrecken sich über deutlich mehr als 100 km und waren im Sommer schiffbar und im Winter befahrbar.


Dann war ich noch in Jokkmokk. Wie viele Orte hier ein Treffpunkt und Kirchenort der Samen. Hier wurde gehandelt, christianisiert und Steuern gezahlt. Der schwedische Staat erschloss sich Lappland neben der Christianisierung und Sesshaftmachung der Samen auch durch die Förderung des Ansiedelns von schwedischen Siedlern. Wie sanft oder unsanft er da gegenüber den Samen vorging weiß ich nicht. Eine Wertschätzung der Kultur der umherziehenden Völker gab es früher wohl nirgends in Europa.
Heute hat sich das glücklicherweise geändert und die Überreste der Kultur werden gehegt. Zur Zeit findet in Jokkmokk ein Treffen von jugendlichen Samen aus Norwegen, Finnland, Schweden und Russland statt. Sie tauschen sich in ihrem Selbverständnis aus, was es für sie heißt Same zu sein.
Dieses Treffen findet im Musem „Áktte“ in Jokkmokk statt. Abends gab es Musik und Tanz u.a. mit traditionell geprägter Musik, die in Richtung Gypsy-Musik ging (daneben auch Reggae, der bei den Jugendlichen beliebter war).

Die Begegnungen mit Rentieren und Elchen werden häufiger:


Auch wenn sie hier auf dem Bild nur sehr klein zu erkennen sind.

Leider gibt es hier mehr Mücken – auch wenn es nur die bekannten großen Mücken und lange noch keine Schwärme sind. Das Zelt ist belagert – glücklicherweise ist das Innenzelt dicht 🙂

Heute Nacht hatte ich einen ganz besonders schönen Platz:


Jörn von unterwegs



Storforsen
28. Mai 2010, 00:39
Filed under: Uncategorized

Als ich das Schild zur größten ungebändigten Stromschnelle des Nordens sah, bin ich von meiner Route Richtung Polarkreis abgewichen. Der Wasserfall ist wirklich gigantisch – gerade jetzt wo die Flüsse soviel Wasser führen:


Ein Nebenarm mit einer kleinen Klamm – auf schwedisch „jättegryta“ (deutsch: „Schlagloch“)


Jörn von unterwegs

Position:Älvsbyn,Schweden



blauer Himmel
27. Mai 2010, 15:29
Filed under: Uncategorized

Die Sonne hat mich im Zelt geweckt. Alles ist trocken und ich mache mich weiter auf in den Norden.


Nach Arjeplog fahre ich nicht, das wäre mir zu weit westlich. Heute noch nach Norden und dann langsam östlich – schließlich sind im Norden die Längengrade enger beianander 😉


Bei den Autos hier fällt auf, dass die meisten Zusatzscheinwerfer haben – wie wir sie sonst nur von Autofetischisten, Förstern etc. kennen.


Bei wenig Verkehr, viel Schnee, Wild und Dunkelheit wird im Winter damit ein wenig Helligkeit erzeugt.

Jörn von unterwegs

Position:Norrvägen,Arvidsjaur,Schweden



Lappland
27. Mai 2010, 01:02
Filed under: Uncategorized

Bin nun im (schwedischen) Lappland. Die Distanzen werden weiter, die Ortschaften kleiner und seltener.


(aber wer glaubt mir das noch bei den Fotospielchen von vorhin 😉


Der Polarkreis ist nun gar nicht mehr so weit. Das Wetter ähnelt dem im Ruhrgebiet – 4 Grad, Gegenwind und regnerisch.
Habe heute einige Kraniche gefilmt (leider keine Fotos, da das iPhone kein Zoom hat)

Jörn von unterwegs

Position:Gamla Pitevägen,,Schweden